Weihnachtsgeschichte zum 3. Advent

Lustig trieb der Wind die Schneeflocken über die Straße. Bert seufzte. Seit Stunden war er nun schon durch die Stadt gelaufen, ständig auf der Suche nach Pepi, der kleinen schwarzen Katze seiner Tochter. Doch so sehr er auch suchte, er fand Pepi nicht. Langsam ging Bert den Weg zurück nach Hause. Vor der Tür des schmucken Einfamilienhauses atmete er noch einmal tief durch, dann sperrte er auf. Mit leuchtenden Augen kam ihm seine Tochter Vivi entgegen. „Hast du ihn gefunden, Papi?“ Doch noch ehe die Kleine ausgesprochen hatte bemerkte sie, dass er alleine zurückgekehrt war. Ihr kleiner Mund verzog sich zu einem Schmollen, dann rollten dicke Tränen über ihre Wangen. Bert schloss das weinende Mädchen in seine Arme.

 

Er hörte seine Frau Elli, die beruhigend auf die Tochter einredete. „Wir werden Pepi schon finden, Vivi, sie kommt sicher wieder. Wahrscheinlich muss sie dem Weihnachtsmann helfen.“ Augenblicklich versiegte der Tränenstrom und Vivi sah zu ihren Eltern auf. „Dem Weihnachtsmann helfen?“ Ihre Stimme klang ungläubig, aber Elli nickte beharrlich und nahm Vivi an der Hand, um sie ins Wohnzimmer zu ziehen. „Natürlich helfen Katzen dem Weihnachtsmann“, sagte Elli bestimmt. Vivi kletterte auf den Schoss der Mutter und hörte interessiert zu.

 

„Wenn der Weihnachtsmann einmal so viele Geschenke austragen muss, dass sein Schlitten zu schwer ist um nur von seinen Rentieren gezogen zu werden, dann holt er sich Katzen. Die helfen dann den Rentieren beim Ziehen des schweren Schlittens, weißt du?“ Vivi nickte mit offenem Mund. Elli wiegte die Tochter sanft in ihren Armen und fuhr fort: „Und wenn dann alle Geschenke verteilt sind, dann gibt es ein riesiges Fest. Da feiern dann alle Katzen mit den Rentieren und dem Weihnachtsmann in der Zwergenwerkstatt. Sie bekommen Milch und Kekse, frisch aus dem Ofen. Und wenn die Feier vorbei ist, dann bringt der Weihnachtsmann die Katzen wieder nach Hause.“

 

Vivi blickte ihre Mutter zweifelnd an. „Und du meinst, das ist so? Wird Pepi wieder nach Hause kommen?“ Die traurigen Augen des kleinen Mädchens brachen Bert fast das Herz, und doch nickte er zustimmend, als seine Frau sagte: „Ja, mein Schatz, Pepi ist bald wieder da.“ Vivi schien beruhigt. Sie lachte und plapperte lustig beim Abendessen, mit strahlenden Augen packte sie die Geschenke aus und spielte schon kurze Zeit später unter dem Weihnachtsbaum mit ihrer neuen Puppe. Trotzdem sah Bert, dass sie immer wieder zum Fenster guckte, leise seufzte, und sich dann wieder mit der Puppe beschäftigte.

 

Gerade als es Zeit war, ums ins Bett zu gehen, hörten sie das leise Kratzen an der Haustür, gefolgt vom jämmerlichen Maunzen einer Katze. Mit strahlenden Augen rannte Vivi zur Tür und riss sie auf. Und da saß Pepi. Über und über in glitzerndes Lametta gehüllt sah die Katze aus wie eine Diva, die nur auf die Einladung zum Lauf über den roten Teppich wartete. Bert sah seine Frau lächelnd an. „Da war wohl unser Pepi tatsächlich zum Weihnachtsfeiern in der Zwergenwerkstatt, oder?“ Vivi bückte sich inzwischen, hob die maunzende Katze hoch und flüsterte: „Jetzt bist Du eine echte Weihnachtskatze, Pepi.“ Elli strich ihrer Tocher sanft über das Haar und flüsterte: „Ein wahres Wunder ist unser Pepi. Und vielleicht erzählt er dir von seinen Abenteuern im Weihnachtsland.“